Spielberichte

0:0 bei BEKA- Viva el Fortschritt

Nach der blamablen, peinlichen und in allen Belangen beschämenden Derbypleite gegen

KAB war der Fortschritt bei den favorisierten Katalanen von BEKA auf Wiedergutmachung

aus. So sammelten sich am frühesten Sonntagmorgen in Tegel 14 wackere Kämpen, plus

Momo, plus familiären Anhang in Form von Sohnemann Ralf und Schwester Micki.

Unabhängig vom Ergebnis konnte und sollte es nur darum gehen, den desaströsen und

unverschämten Eindruck der Vorwoche wieder wett zu machen. In einer konspirativen

Sitzung am Vortag kungelte das Trainertrio folgende Aufstellung aus:

Christian - Matze, Patte, Björn, Thomas - Matti, Ralf, René -Roland, Boris – Kai

Von Beginn an lag der Fokus der Friedrichshainer auf einer starken und kompakten

Defensive. Hierzu rückten die drei „Sechser“ bei Ballverlust immer wieder geschickt

i Richtung ballbesitzender Gegenspieler. Organisiert von Christian, Patte und Björn

entstanden somit kaum freie Räume für die Gastgeber. Durch die disziplinierte Arbeit nach

hinten von allen (!) Fortschrittlern, hatte die Innenverteidigung immer wieder einen freien

Mann, der lange Bälle in die Tiefe ablaufen konnte.

Die Partie spielte sich zunächst meist im Mittelfeld ab. BEKA fand, wie gesagt, keine Lücken

im Abwehrgeflecht der orangenen Routiniers, die ihrerseits wiederum aber oft zu hektisch

agierten, wenn sie einmal eine Konterchance bot. So sahen die Trainer und Zuschauer eine

taktisch geprägte Auseinandersetzung, bei der ob der Spielstärke des Gegners zunächst

auch kaum auffiel, dass BEKA nur zu zehnt spielte.

Kurz vor der Pause gab es dann auch so etwas wie Tormögliichkeiten. Zunächst konnte

Christian einen Schuss der Gastgeber problemlos parieren. Auf der anderen Seite traf Matti

aus etwa 18 Metern den Ball nicht voll. So blieb es zur Halbzeit beim torlosen Remis.

Nach dem Wechsel kam Mario für den aufmerksam spielenden Matze, bekleidete aber

Renés Position im Mittelfeld, der wiederum auf die Position des linken Verteidigers

wechselte. Das Spiel wurde nun etwas offener. Fortschritt versuchte bei eigenem Ballbesitz

ruhiger zu agieren und schaffte es nun auch ab und an, gefällig durchs Mittelfeld zu

kombinieren. Des Öfteren war aber zu erkennen, dass im letzten Angriffsdrittel die Kraft

und Konzentration fehlte. Nach etwas mehr als einer Stunde, und nachdem Micki für Boris

eingewechselt wurde, hatte der Fortschritt eine gehörige Portion Glück. René räumte etwa

22 Meter vor dem eigenen Tor seinen Gegenspieler rustikal weg, der jedoch kam trotzdem

zum Schuss und der Ball landete im Tor. Da aber der Schiedsrichter die Aktion eines Drittel

des Trainertrios abpfiff, zählte der Treffer nicht. René holte sich seine gelbe Karte mit einem

Lächeln ab.

Überhaupt war neben der kämpferisch herausragenden Leistung aller Friedrichshainer zu

erkennen, dass man endlich auch einmal mit Körpereinsatz und taktischen Fouls spielte.

Auch wenn Matti und Björn dieses durchaus legitime Stilmittel unterschiedlich interpretierten.

Während Matti einen Konter im Mittelfeld mit einem leichten Foul unterband, griff Björn in der

Schlussphase einfach mal zu, und wehrte einen langen Ball mit der Hand ab. Eine für den

Gegner durchaus ärgerliche, für den Gast aber wichtige Aktion.

In der 75.Minute feierte dann Philipp sein ersehntes Comeback und kam für den läuferisch

starken Kai. Chancenmäßig gab es für den Gegner noch eine Einschussmöglichkeit, als

es das einzige Mal etwas unorganisiert in der Fortschritt-Defensive zuging. Zehn Minuten

vor dem Ende dann parierte Christian glänzend einen Kopfball. Überhaupt agierte der

Friedrichshainer Keeper äußerst souverän.

Doch auch der Fortschritt hatte nun klarere Möglichkeiten. Zunächst konnte Mario den

Ball nach einer Ecke nicht unter Kontrolle bringen, dann war es wieder ein Eckball, der

unbehelligt von allen Spielern, durch den Fünfmeterrraum segelte. Dann verzog René

einen Ball aus etwa 20 Metern am Tor vorbei. In der letzten Minute dann durfte Patte einen

Freistoss schiessen und zirkelte den Ball von der Strafraumgrenze auf das Lattenkreuz.

So blieb es am Ende beim vollauf verdíenten 0:0. Und wieder einmal zeigte sich, dass der

Fortschritt nur dann stark ist, wenn alle Spieler zusammen arbeiten, zusammen kämpfen.

Wenn sie füreinander laufen und kämpfen und miteinander positiv reden. Wenn auch

nur ein Spieler meint, 5% weniger Einsatz reichen, hat man keine Chance. Ist auch nur ein

Spieler der Meinung, 3% Tuttern seien nicht so schlimm, hat man keine Chance. Wenn jeder

bereit ist, sich zu 100% in den Dienst der Mannschaft zu stellen, ist der Fortschritt für jede

Mannschaft ein äußerst unangenehmer Gegner.

 

Patte