Spielberichte

Aufgeräumt in die neue Saison

Aufstellung:

Christian - Felix, Ralf, Björn, Thomas - Mickie, Matti, Karl, Nicholas - Jens, Tobias

Wechsel:

Marc/Zloty für Karl (46.), Mario für Tobias (46.), René für Thomas (46.), Ekin für Matti (65.), Kai/Tony für Felix (70.)

(Matti in der 84. für Jens nach neuer Regel)

Torfolge:

1:0 Gegner (22.), 2:0 Gegner (37.), 2:1 Jens (Mario, 65.), 2:2 Mario (Ralf, 80.), 3:2 Gegner (81.), 3:3 Mickie (Matti, 90.)

Gelbe Karten:

Marc/Zloty

 

Mit der zweiten Mannschaft von Medizin Friedrichshain stand dem Fortschritt ein recht unbekannter Gegner zum Auftakt der neuen Saison gegenüber. Auf dem ehemaligen Heimspielplatz in der Persiusstrasse wollten die orangenen Helden möglichst erfolgreich starten.

Der Fortschritt begann so, wie er die gesamte Saison spielen möchte: in einem klaren 4-4-2 soll die Grundordnung stets eingehalten und die Mannschaft auch höher gestellt werden. Hinzu kommt, dass man sich vorgenommen hat, die Spiele aktiver zu gestalten. Der Gegner soll immer wieder auch einmal früh angegriffen werden, bei Ballgewinn soll schnell über die Außenpositionen umgeschaltet werden. Ambitionierte Vorgaben, die gegen die Medizinmänner aber auch schon recht ordentlich umgesetzt wurden.

Mit zwei Neuzugängen, Nicolas und Felix begann der Fortschritt. Hinzu kam von der Bank Ekin und bedenkt man, dass Karl als zweiter zentraler Mittelfeldspieler auf ihm unbekanntem Terrain zurecht kommen musste, startete man im Grunde mit vier neuen Kräften.

Neben Karl agierte Matti als Spielgestalter in der Zentrale. Dahinter verteidigten Thomas, Ralf, Björn und Felix. Im Sturm begannen Tobi und Jens, die von den Außen Micki und Nicolas unterstützt werden sollten.

Der Fortschritt begann ansehnlich. Schnell wurden die Angriffe vorgetragen. Besonders Nicolas und Micki wussten zu gefallen. Tobi bot sich immer wieder mit dem Rücken zum Tor stehend an und setzte seine Mitspieler ein. Und auch Jens machte enorm viel Wirbel in der gegnerischen Hälfte. So hatten die Jungs aus Alt-Starlau auch die ersten guten Gelegenheiten durch Micki, Tobi und Jens. Die größte Chance vergab Nicolas, als er, nach einem exquisiten Paß von Karl, frei vor dem Medizin-Keeper auftauchte, diesen dann aber auch regelrecht "abschoss".

Kurz danach dann der Schock. Nach einer Ecke gab es eine etwas unübersichtliche Szene im Fortschritt-Strafraum und plötzlich war der Ball im Netz- 0:1. Ein kleiner Wirkungstreffer, denn die "richtigen" Friedrichshainer mussten sich in der Tat etwas sammeln. Kurz vor der Pause dann sogar das 0:2, als es der Fortschritt-Verteidigung nicht gelang, den Ball zu klären. Das Spiel war nahezu auf den Kopf gestellt. Fast mit dem Halbzeitpfiff dann aber Jubel beim reichlich mitgereisten Anhang der Fortschrittlichen, der sich aus vielen Ehemaligen und Aktiven zusammensetzte. Nach feinem Paß tauchte Jens frei vor dem Tor auf und setzte den Ball überlegt am Torhüter von Medizin vorbei. Doch der Schiedsrichter entscheid auf Abseits. Eine klare Fehlentscheidung des ansonsten sehr, sehr guten Unparteiischen.

In der Halbzeit besann man sich auf die guten Szenen in Durchgang eins, Motto: Hier ist noch nichts entschieden.

Und der Fortschritt begann druckvoll. Angetrieben durch Matti und den für den starken Karl eingewechselten Zloty erhöhte man nun sukzessive den Druck auf das Tor der Gastgeber. Auch Rene für den einmal mehr kämpferisch überzeugenden Thomas und Mario für den umtriebigen Tobi kamen zwei weitere frische Kräfte ins Spiel.

Immer wieder setzte man die Abwehr der Mediziner unter Druck und sollte sich ein Ball mal etwas weiter vom gegnerischen Gehäuse entfernen, waren Björn und Ralf aufmerksame letzte Männer, die bereits an der Mittellinie jeglichen Konterversuch im Keim erstickten. Doch der Ball wollte nicht ins Tor. Mario mit einem Kopfballwischer und Micki mit einem satten Schuss hatten die größten Möglichkeiten.

In der 65.Minute aber war es soweit. Einen langen Ball konnte Mario zwar nicht verwerten, stattdessen aber konnte er die Kugel mit Hüfte und Bauch auf Jens weiterleiten. Dieser nutzte dieses "Wampenpässchen" und schweisste den Ball unters Dach. 1:2, der hochverdiente Anschlusstreffer.

Der Fortschritt machte weiter Druck, wollte den Ausgleich. Gleichzeitig schaute Medizin nun auch ab und an mal wieder in der Nähe des von Christian gehüteten Kasten vorbei, doch der Routinier um Tor des Fortschritts war in Galaform und verhinderte mit super Reflexen einen dritten Gegentreffer.

Mittlerweile waren nun auch Tony, für den starken Felix, sowie Ekin im Spiel. Und "unser Mann vom Bosporus" setzte denn auch gleich mit einem tollen Lupfer Zloty ein, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte.

Dann, zehn Minuten vor dem Ende ein Freistoss aus halblinker Position. Ralf streichelte den Ball in den Strafraum wo Mario toll einlief und die Kugel unhaltbar zum umjubelten Ausgleich einwuchtete.

Nur eine Minute später dann aber erneut ein Tiefschlag. Ein langer Ball aus der Medizinabwehr und plötzlich tauchte der Stürmer der Heimmannschaft frei vor Christian auf und diesmal war unser Keeper chancenlos, 2:3.

Doch die "Boys in orange" schüttelten sich kurz und gaben sich nicht geschlagen. Nun wurde das Tor der Gasteber berannt. Ralf gab den dritten Stürmer und seine bloße Anwesenheit im gegnerischen Strafraum sorgte bei den Abwehrspielern von Medizin für erhöhten Blutdruck und leichter Schnappatmung. Doch der Ausgleich wollte nicht fallen.

Dann die letzte Minute, wieder ein Freistoß, wieder aus halblinker Position. Diesmal trat ihn Matti, der bei seinen bisherigen Ecken und Freistößen hier und da noch an der Feinjustierung arbeitete. Doch diesen Ball setzte der Kapitän hauchzart in den Sechzehner, Ralf verpasste zwar den Kopfball doch am langen Pfosten, stand Micki und grätschte den Ball zum mehr als vielmehr hochverdienten 3:3 ins Netz.

Dann war Schluss. Und nach einem ereignisreichen Match wusste man beim Fortschritt nicht genau, ob man sich über den Ausgleich, die Moral und die guten Ansätze freuen sollte. Oder ob man sich angesichts der vergebenen Chancen über zwei verpasste Punkte ärgern sollte.

Vermutlich wird ein Mischung aus Beidem eine gute Basis für den kommenden Freitag sein. Dann müssen unsere Jungs ins westliche Berlin zum TSV Helgoland. Und dann gilt es, den Ärger zu kanalisieren und die Ansätze zu verbessern.

Auf gehts Fortschritt.