Spielberichte

Der Heimfluch will sich nicht vom Lasker machen – Fortschritt vs. Schmargendorf 3:5

Nachdem man sich am vergangenen Sonntag beim Spitzenteam des FC Polonia ein verdientes Remis erkämpft hatte, war der Fortschritt optimistisch, auch gegen Schmargendorf einen Coup landen zu können. Immerhin hatte man
gegen die West-Berliner mit Karl, Kai und Matze drei Wechseloptionen und mit Felix einen spielstarken Mann für die Offensive.

Björn der neue Manni
Nach dem Ausfall von Patte spielte Björn auf der Liberoposition vor Keeper Thomas. Davor bildeten Mario, Ralf, Jens und René die Abwehrreihe. Im Mittelfeld sollten Micki, Matti, Sepp und Felix dafür sorgen, die einzige Spitze Roland einzusetzen, natürlich nicht, ohne die Defensive zu vernachlässigen.

Fulminanter Beginn
Und der Gastgeber begann wie die Feuerwehr. Bereits in der 5.Minute erzielte Felix nach feiner Vorarbeit durch Sepp das 1:0. Davon beflügelt setzten die Routiniers in orange nach. Bissig in der Defensive und mit schnellen Kombinationen nach Ballgewinn stellte man den Favoriten vor einige Probleme. In der 10.Minute stand es dann auch 2:0. Nach einem Freistoß von Sepp nutzte Felix das Durcheinander in der Schmargendorfer Abwehr und erzielte seinen zweiten Treffer. Was für ein Auftakt.

Überragender Felix
Es schien, als wolle man den Gast überrennen. Sepp verfehlte mit einem Kopfball nach einer Ecke von Matti nur um Zentimeter das Tor und Roland scheiterte nach einem wunderbaren Zuspiel von Felix denkbar knapp am gegnerischen Torhüter. Überhaupt Felix – der Marathonmann aus Thüringen spielte wie aufgedreht. Kein Zweikampf ging verloren, fast jede Aktion von ihm strahlte Torgefahr aus.

Lähmendes Entsetzen
Doch die Gäste wollten nicht so einfach klein beigeben und suchten nun ihrerseits ihr Heil in der Offensive. In der 34.Minute war es dann soweit. Nach einer kurz ausgeführten Ecke konnte der Gegner von außen ungehindert an den kurzen Pfosten Flanken, wo der Mittelfeldmotor der Wilmersdorfer hochstieg. Sepp verlor das Kopfballduell, und die Nr.2 aus Schmargendorf köpfte unhaltbar zum Anschlusstreffer ein. Dieser Treffer zeigte Wirkung. Drei Minuten später schenkten sich die Hausherren – mal wieder - das Tor zum Ausgleich fast selber ein. Und wiederum nur zwei Minuten danach erzielten die Gäste die Führung. Dem Fortschritt war jegliche Aggressivität aus den Anfangsminuten flöten gegangen.

Kurze Halbzeit durch kurzsichtige Schiri-Ansetzung
Der Fortschritt zitterte sich mit diesem 2:3 in die Pause. Dort sammelte man sich und besprach kurz, dass es nicht so weitergehen konnte, wie in der letzten Viertelstunde (ob der wieder einmal vollkommen sinnfreien Doppelansetzung des Schiedsrichters wurde die Halbzeit extrem verkürzt, so dass die Partie erst eine halbe Stunde beginnen konnte. Lieber BFV, vielleicht einmal auf die eigens angefertigten Ansetzungen schauen: wenn ein Schiri für ein Spiel angesetzt ist, welches um 10.30 Uhr endet, ist es ziemlich schwer, den gleichen Unparteiischen eine Partie anpfeifen zu lassen, die um 10.30 Uhr beginnt.).

Ralf schweißt den Ball ins Netz
Mit neuem Mut begann der Fortschritt also den zweiten Durchgang. Und auch, wenn Schmargendorf weiterhin mit Zug zum Tor spielte, wirkte Friedrichshain nun wieder wacher, aufmerksamer. Jens übernahm nun mehr und mehr die Rolle des Antreibers und der unermüdliche Felix, sowie der für den angeschlagenen Sepp gekommene Kai versuchten Druck aus dem Mittelfeld auszuüben. Eine seiner ersten Aktionen war dann, den Weg zum Ausgleich freizusperren. Über die linke Angriffsseite kombinierte sichder Fortschritt nach vorn, Kai legte ab und Ralf erzielte mit einem fulminanten Kracher in den Winkel das umjubelte 3:3.

Wieder zu leichte Gegentore
Doch nur wenige Minuten danach machte sich wieder Ernüchterung breit. Nach einem Freistoß von der rechten Seite trudelte der Ball zur erneuten Gästeführung ins Tor. Die Hausherren warfen nun alles nach vorne, doch
zehn Minuten vor dem En de dann das 3:5. René ging nicht energisch genug zu Werke und auch die hinter ihm postierten Björn, Jens und Matze konnten den Sololauf des Schmargendorfer Spielers nicht stoppen.

Kai gegen Schmargendorf
Und dennoch gab man sich im Lager des Fortschritt nicht geschlagen und der von Coach Momo in den Sturm beorderte Kai hätte zum Held vom Lasker werden können. Ein feiner Lupfer über Torwart konnte ein Abwehrspieler von der Linie kratzen, ein Kopfball landete Millimeter neben dem Gehäuse und eine Hereingabe von Felix verpasste der Routinier nur denkbar knapp. Diese drei Chancen ergaben sich alle innerhalb weniger Minuten und nicht nur deswegen hätte sich der Gast über ein Unentschieden nicht beschweren dürfen.

Ärgerliche Niederlage
Doch trotz leidenschaftlichem Kampf und tollem Einsatz stand man am Ende auf heimischem Geläuf erneut mit leeren Händen da. Das 3:5 liest sich klarer als es war. Ein verdienter aber durchaus schmeichelhafter Sieg für die Gäste. Für den Fortschritt bleibt die Erkenntnis, dass es immer wieder kleine Konzentrationsfehler sind, mit denen man sich selbst im Wege steht.

Nächsten Sonntag DAS Derby
Nächsten Sonntag steht dann das Derby beim starken SFC Friedrichshain an. Und eben der Begriff DERBY sollte für jeden Fortschrittler Motivation genug sein, mitzumachen, mitzuspielen, mitzukämpfen.

Patte

Tore: 5. Min. 1:0 Felix, 10. Min. 2:0 Felix, 34. Min. 2:1, 36. Min. 2:2, 39. Min. 2:3, 55. Min. 3:3 Ralf, 58. Min. 3-4, 80. Min. 3-5

Wechsel: Kai für Sepp, Matze für Mario, Karl für Ralf