Spielberichte

Gestärkt trotz Niederlage

Sonntag, 10 Uhr Gürtelstraße. Der Favorit und sich wohl auch selbst als Übermannschaft sehende SFC Friedrichshain III erwartet die wackeren Kämpfer vom Fortschritt zum Ostkreuzderby. Wollte man auf Seiten der orangenen Laskerkicker das Spiel wegen Personalmangels noch verlegen, konnte das Trainertrio zu diesem Spiel dann doch noch 13 Leute motivieren. Natürlich lag dies auch an sehr viel Improvisation seitens des Trainerkollektives, nachdem sich der Gegner zwar rechtlich korrekt, aber sportlich durchaus fragwürdig gegen eine Spielverlegung gesträubt hat.

Benjamin mit Comeback oder: Das Phantom lebt!

Kurz vor dem sonntäglichen Showdown konnte Momo noch Felix für die Teilnahme an diesem Himmelfahrtskommando gewinnen. Bertram kam quasi direkt von der Gangway seines Fliegers aus Südafrika auf den Platz und Benjamin feierte ein nicht mehr für möglich gehaltenes und auch von objektiver Seite umjubeltes Comeback in Orange. Und so begann der Fortschritt mit folgender Startelf:
Thomas - Patte - Mario, Ralf, Kai, Björn - Felix Matti, Schirmi, René - Marco

Früher Rückstand

Die Hausherren, die das Spiel mit Sicherheit als kleine sonntägliche Trainingseinheit gesehen haben, begannen die Partie wie erwartet mit großem Druck. Die Defensive der Fortschrittler hatte Mühe, sich mit dem variablen und schnellen Spiel des Spitzenteams zurecht zu finden. Und als in der sechsten Minute das 1:0 für die Gastgeber fiel, fürchtete man im Lager der Gäste ein Debakel, während man auf Seiten des SFC bereits begann, die Torschützenliste handschriftlich zu verlängern.

Matti mit der Ausgleichschance

Es dauerte bis zur 20.Minute, ehe sich der Fortschritt etwas aus der Umklammerung der in PIN AG-Grün angetretenen Gastgeber lösen konnte. Matti und Debütant Schirmi bekamen langsam aber sicher mehr Zugriff auf die Gegenspieler und der Fortschritt wurde nun auch selbst ein wenig initiativ im Spiel nach vorn. Und Matti war es auch, der nach einer halben Stunde die Chance auf den Ausgleichstreffer hatte, als er aus etwa 20 Metern einen Schuß im Stile von Thomas Kastenmaier abgelassen hat, doch der Ball knallte statt ins Tor schmerzhaft in einen vor dem Gehäuse postierten Gegenspieler.

Fortschritt biss sich ins Spiel

Zwar hatte der Favorit mehr vom Spiel und war natürlich, nicht zuletzt auch aufgrund des etwa 20 Jahre niedrigeren Altersschnitt, auch spielerisch besser. Doch das Routinierkollektiv aus der Persiusstraße stellte sich immer besser auf die Angriffe ein. Auch ein grobes Foulspiel an Patte kurz vor der Halbzeitpause, das der Schiedsrichter nicht einmal mit einer Ermahnung ahndete, konnte den Fortschritt nicht aus der Fassung bringen.

Björn Redondo zeigt die Richtung des Spiels

Zur zweiten Halbzeit kam Bertram für Marco doch das bissige, griffige Spiel der Gäste blieb unverändert. Und mit zunehmender Spieldauer zeigte der Einsatz der Fortschrittler auch mehr und mehr Wirkung beim Gastgeber. Der hohe Favorit zeigte Nerven. Und spätestens als Björn im Stile von Redondo einen gegnerischen Angriff per Hacke unterband, wussten Spieler und Beobachter, dass dieses Spiel nun anders verlaufen sollte, als sich die großkopferten Hausherren das gedacht hatten.

Fortschritt immer mutiger

Von Minute zu Minute wurde man mutiger. Bertram setzte den Torhüter des SFC mit simplem Anlaufen so unter Druck, dass dieser unseren niederländischen Sturmtank anschoss und der Ball von Bertrams Oberarm an den Pfosten prallte. Leider war der nachrückende Felix von dieser Aktion so überrascht, dass er die Nachschussmöglichkeit nicht nutzen konnte.

Drangperiode der Gäste

Nun entstand ein fast schon an Powerplay erinnernder Druck des Fortschritt. Felix mit einem tollen Schuss und Kai mit einem Kopfball nach Ecke von Matti verpassten nur denkbar knapp den Ausgleich, der nun auch vollkommen verdient gewesen wäre. Der SFC fiel nun nur noch durch sporadische Konter auf, die Thomas zweimal glänzend unterband; sowie durch zunehmende Nickligkeiten.

Mit Mann und Maus

Eine Viertelstunde vor Schluss kam dann auch Rückkehrer Benjamin auf den Platz. Am Trikot noch das Preisschild und die Hose im Stile von Tom Selleck alias Magnum aus dem Jahre 1984 fügte sich der schwäbische Geißbockfan nahtlos ins kämpfende, grätschende und rennende Fortschritt-Kollektiv ein. Die Gäste in Orange warfen alles nach vorn, doch am Ende blieb es beim unglücklichen 0:1.

Man unterschätzt keine alten Männer

Fazit: Wieder einmal zeigte es sich, dass der Fortschritt nur dann funktioniert, wenn jeder für den anderen kämpft und man sich verbal und fußballerisch hilft. Körperlich zwar am Ende aber moralisch obenauf verließ man den Ort des Geschehens. Dem SFC sei gesagt: wer den Gegner unterschätzt, wird manchmal schneller und härter aus seinem fußballerischen Elfenbeinturm geholt, als man „Arroganz“ buchstabieren kann. Man darf gespannt sein, wen wir zum Rückspiel in der Laskerarena von dieser Mannschaft begrüßen dürfen – viele Spieler dürften es nicht sein, ist der Einsatz von Leuten aus der zweiten und/oder ersten Mannschaft in der Rückrunde dann nicht mehr erlaubt.

Nächste Woche bei Beach United

Doch bis dahin geht noch viel Bier unsere Kehlen hinunter und am kommenden Sonntag wartet schon die nächste schwere Aufgabe. Mit einer ähnlichen Leistung ist man auch gegen Beach United nicht chancenlos.

Patte #37