Spielberichte

Land unter bei Helgoland

Die zweite Pokalrunde führte das orangefarbene Kombinat nach Mariendorf zum klassenhöheren TSV Helgoland. Mit buchstäblich dem letzten Aufgebot reiste der Fortschritt in den Süden Berlins. Neben zahlreichen verletzten und angeschlagenen Spielern, brachte auch der Brückentag nach dem Feiertag einige Ausfälle in Form von Ausflügen oder Familienbesuchen ein.


Das Trainertrio bastelte aus den elf verbliebenen Spielern eine taktische Formation, die versuchen sollte, dem Gegner die Räume nicht zu groß werden zu lassen. Der angeschlagene Marco stellte sich für die Position des Keepers zu Verfügung und mit Bernd und Bertram kamen zwei alte Recken wieder zum Einsatz. Fortschritt begann demnach wie folgt:


Marco- Patte, Ralf, Kai, Bernd- René, Micki, Mark, Thomas- Bertram- Jens


Die neue Formation brauchte einige Zeit, sich zu finden und der Gastgeber versuchte sofort, druckvoll zu agieren. Leider trug dieses Bemühen schon bald die erste Frucht in Form eines Tores. Ein Langer Einwurf der Helgoländer wurde in der 10.Minute nicht konsequent geklärt und wie bei einem Flipperautomaten prallte der Ball von Mickis Fuß zum vollkommen blank stehenden Stürmer der Hausherren, der aus kurzer Distanz unhaltbar einschoss. Der Gegentreffer war umso bitterer, weil kurz zuvor Bertram nach tollem Paß von Jens eine große Chance zum Führungstreffer hatte, der gegnerische Torhüter den Ball aber gerade noch um den Pfosten lenken konnte.


Somit war der Plan der Fortschrittler schnell über den Haufen geworfen und das Team brauchte eine Weile, sich von diesem Rückschlag zu erholen. Nur langsam und mühsam befreite man sich aus der Umklammerung der schwarz-grünen Platzherren. Und die hatten im Gegenzug noch die ein oder andere gute Möglichkeit. Doch Marco reagierte zweimal sehr gut und zeigte, dass ein Stürmer durchaus auch weiß, wie ein Torhüter sich zu verhalten hat.


Mit zunehmender Spieldauer aber entwickelten auch die Friedrichshainer eigene Offensivaktionen. Defensiv nun sicherer stehend, versuchte man nun, das Mittelfeld schnell zu überbrücken, was ab und an auch gelang. Allein der letzte Paß, der letzte Punch vor dem gegnerischen Tor fehlte.


Zur Halbzeit stand demnach zwar dennoch ein 0:1, doch die Leistung, besonders in kämpferischer Hinsicht, stimmte Trainertrio und Team optimistisch, hier noch etwas holen zu können. Taktisch wurden keine Änderungen vorgenommen, personell bietet ein Kader von elf Spielern nicht unbedingt große Möglichkeiten zu reagieren.
Die Marschroute war also klar: raus in den zweiten Durchgang und mit Disziplin und Einsatz den Ausgleich erzielen. Doch bereits wenige Minuten nach Wiederanpfiff schlug der Favorit ein zweites Mal zu. Ein langer Ball von der rechten Seite, ein kleines Luftloch von Kai und der Kapitän von Helgoland machte das 2:0. Das saß und der Schock saß tief. So tief, dass man in der 60.Minute eine nahezu paralysierte Fortschritt-Mannschaft sah, die, bis auf Marco, fast unbeteiligt das 0:3 hinnahm. Der Ersatz-Ersatz-Keeper der Friedrichshainer wehrte zweimal aus kurzer Distanz toll ab, hatte dann aber beim dritten Versuch keine Chance mehr.


Nun musste man sich ernsthafte Sorgen um die Jungs von Momo, Micki und René machen. Sollte dieses Pokalspiel ein Debakel werden? Und mittlerweile machte sich auch der Mangel an Personal bemerkbar. Ralf konnte nur noch langsam gehen, nachdem er sich eine Zerrung zugezogen hatte. René machte sein lädierter Zeh immer schwerer zu schaffen. Patte plagte eine leichte Zerrung in der Leiste. Thomas hatte nach starker erster Halbzeit Probleme mit dem Knie.


Gut, dass Helgoland nun offenbar keine weitere Lust verspürte, Tore zu erzielen und dass der Fortschritt auch wieder zusammenreissen konnte. Tatsächlich hatten Jens und Mark sogar noch leidlich gute Einschussmöglichkeiten. Marco vertrieb die für den objektiven Betrachter nun bleischwere Langeweile mit Ausflügen á la René Higuita.


Am Ende kam der Schlußpfiff des sehr guten Schiedsrichters zwar nicht wie eine Erlösung daher, aber eine Erleichterung war deutlich zu spüren. Alle hatten alles gegeben doch in der Form und mit all den kleinen Wehwechen war an diesem Tag einfach nicht mehr drin.


Wollen wir hoffen, dass bis zum nächsten Punktspiel ein Teil der Blessuren auskuriert sind. Dann geht es wieder voller Elan auf den Platz und mit dem Einsatzwillen vom Pokalspiel, gepaart mit mehr Mut in der Offensive, sollte auch endlich wieder etwas Zählbares herausspringen.

 

Patte